FAQs zum Thema Brettschichtholz
Warum werden bei der Brettschichtholz-Produktion auch Sonderholzarten eingesetzt?
Standardmäßig wird Brettschichtholz aus Fichtenholz hergestellt, da es sich besonders gut für weit gespannte Dachtragwerke und Konstruktionen im Innenbereich eignet. Diese Tragwerke sind in der Regel vor direkter Bewitterung geschützt.
Bei kreativen Sonderkonstruktionen im Außenbereich – beispielsweise Aussichtstürmen, Kunstobjekten oder nicht überdachten Brücken – sind die Anforderungen an das Holz jedoch deutlich höher. Neben einem konstruktiven Holzschutz, etwa durch geeignete Verschalungen und Abdeckungen, kommen deshalb auch witterungsbeständigere Sonderholzarten zum Einsatz. Dazu zählen insbesondere Lärche, Douglasie sowie das acetylierte Accoya-Holz, das sich durch eine besonders hohe Dauerhaftigkeit und Formstabilität auszeichnet.
Auch Buchenbrettschichtholz zählt zu den Sonderholzarten. Aufgrund seiner Eigenschaften darf es jedoch nicht bewittert werden und wird ausschließlich im Innenbereich eingesetzt. Als leistungsfähiges Laubholz bietet Buche sowohl ökologische Vorteile als auch eine hochwertige Optik für anspruchsvolle Tragwerke und architektonische Anwendungen.
Warum wird in der Brettschichtholzproduktion die Holzfeuchte jeder einzelnen Lamelle separat gemessen?
Bei der Herstellung von Brettschichtholz (BSH) wird die Holzfeuchte jeder einzelnen Lamelle gemessen, weil die Feuchte ein entscheidender Einflussfaktor für die spätere Qualität und Dauerhaftigkeit des Bauteils ist.
Der wichtigste Grund ist die Verklebung: Der Leim haftet nur zuverlässig, wenn die Holzfeuchte in einem engen Bereich liegt (typisch etwa 8–15 %, je nach Norm und Einsatz). Ist eine Lamelle zu feucht oder zu trocken, kann die Klebfuge schwächer werden oder sich später lösen.
Ein zweiter Punkt sind Formstabilität und Spannungen. Holz arbeitet – es quillt bei Feuchtigkeit und schwindet beim Trocknen. Wenn einzelne Lamellen unterschiedliche Feuchten haben, kommt es nach dem Verleimen zu inneren Spannungen. Diese können sich später als Verzug, Risse oder im schlimmsten Fall als Delamination (Ablösen der Schichten) zeigen.
Außerdem sorgt die Einzelmessung für eine homogene Ausgangsbasis: Nur Lamellen mit ähnlicher Holzfeuchte dürfen zusammen in einen Balken gehen. So wird sichergestellt, dass sich das gesamte Bauteil später gleichmäßig verhält, insbesondere bei wechselnder Raum- oder Außenluftfeuchte.
Nicht zuletzt ist es auch eine Qualitäts- und Normanforderung (z. B. nach EN 14080): Die Feuchte muss kontrolliert dokumentiert werden, um die Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit des Brettschichtholzes zu gewährleisten.
Was hat die Sortierung der Lamellen nach der Holzfeuchte mit der Festigkeitsklasse und der Nutzungsklasse zu tun?
Die Holzfeuchte hat auch direkten Einfluss auf die Festigkeitsklasse (z. B. GL 24, GL 28, GL 30 nach EN 14080), weil die mechanischen Eigenschaften von Holz feuchteabhängig sind. Mit steigender Holzfeuchte nehmen insbesondere Biegefestigkeit, Druckfestigkeit und Steifigkeit ab. Deshalb beziehen sich die angegebenen Festigkeitswerte immer auf einen definierten Feuchtebereich bzw. eine normativ festgelegte Referenzbedingung.
Wird eine Lamelle mit zu hoher Feuchte verarbeitet, kann sie im späteren Trocknungsprozess im Bauteil „nacharbeiten“, was zu Spannungen führt und die rechnerisch angesetzte Festigkeit nicht mehr sicher gewährleistet wäre. Die konsequente Feuchtekontrolle stellt also sicher, dass die Lamellen tatsächlich die vorausgesetzte Festigkeitsklasse zuverlässig erfüllen.
Auch für die Nutzungsklasse (Service Class 1–3 nach Eurocode 5) spielt die Holzfeuchte eine entscheidende Rolle. Diese Klassen beschreiben die Umgebungsbedingungen, denen ein Bauteil ausgesetzt ist:
- Nutzungsklasse 1: Innenräume, dauerhaft beheizt → Holzfeuchte ca. ≤ 12 %
- Nutzungsklasse 2: überdachte Außenbereiche → höhere, schwankende Feuchte
- Nutzungsklasse 3: frei bewittert bzw. außen ohne Schutz → deutlich höhere Feuchtewechsel
Die gemessene und eingestellte Holzfeuchte der Lamellen stellt sicher, dass das Brettschichtholz später zur vorgesehenen Nutzungsklasse passt. Nur wenn die Feuchte kontrolliert und homogen ist, kann das Bauteil die erwartete Formstabilität, Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit in der jeweiligen Umgebung zuverlässig erfüllen.
Kurz gesagt: Die Holzfeuchte ist nicht nur ein Fertigungsparameter, sondern die Grundlage dafür, dass Brettschichtholz seine Festigkeitsklasse erreicht und dauerhaft in der richtigen Nutzungsklasse eingesetzt werden kann.
Welche Aufgabe hat die Verklebung bei Brettschichtholz?
Die Verklebung verbindet die einzelnen Holzlamellen dauerhaft zu einem tragfähigen und formstabilen Bauteil. Dadurch können mit Brettschichtholz große Spannweiten, hohe Belastbarkeiten und unterschiedlichste Bauteilformen realisiert werden. Gleichzeitig sorgt die Verklebung dafür, dass natürliche Schwachstellen des Holzes ausgeglichen und die Festigkeit des gesamten Tragwerks erhöht werden.
Wie lange dauert die Herstellung von Brettschichtholz?
Die Herstellung von Brettschichtholz erfolgt in mehreren präzise abgestimmten Arbeitsschritten – von der Sortierung und technischen Trocknung der Lamellen über die Keilzinkung und Verklebung bis hin zur Endbearbeitung. Je nach Bauteilgröße, Querschnitt, Form und Oberflächenanforderung kann die Produktionsdauer unterschiedlich ausfallen. Standardbauteile lassen sich vergleichsweise schnell fertigen, während komplexe Sonderbauteile oder große Projektaufträge mehr Produktionszeit benötigen.
Welche Qualitätskontrollen gibt es bei der Produktion von BSH?
Bei der Herstellung von BS-Holz erfolgen laufende Qualitätskontrollen entlang des gesamten Produktionsprozesses. Dazu gehören unter anderem die Kontrolle der Holzfeuchte, die Festigkeitssortierung der Lamellen, die Überwachung der Verklebung sowie Maß- und Oberflächenkontrollen der fertigen Bauteile. Zusätzlich werden die Produktionsprozesse regelmäßig durch Eigen- und Fremdüberwachungen geprüft, damit die hohen Anforderungen an Tragfähigkeit, Maßhaltigkeit und Dauerhaftigkeit zuverlässig eingehalten werden.
Welche Normen gelten für Brettschichtholz?
Brettschichtholz wird nach klar definierten europäischen Normen hergestellt und überwacht. Maßgebend sind unter anderem die DIN EN 14080 für Brettschichtholz und die Anforderungen des Eurocode 5 für die Bemessung von Holztragwerken. Diese Normen regeln beispielsweise die Festigkeitssortierung, die Verklebung, die Herstellung sowie die Qualitätsüberwachung und stellen sicher, dass Brettschichtholz zuverlässig und dauerhaft im konstruktiven Holzbau eingesetzt werden kann.
Wie nachhaltig ist die Herstellung von Brettschichtholz?
Brettschichtholz ist ein besonders nachhaltiger Baustoff, da Holz während seines Wachstums CO₂ speichert und aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht. Durch die industrielle Fertigung können die eingesetzten Holzressourcen effizient genutzt werden. Gleichzeitig ermöglicht Brettschichtholz leichte und leistungsfähige Tragwerke mit großen Spannweiten und einem vergleichsweise geringen Materialeinsatz. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft wächst zudem mehr Holz nach, als genutzt wird.
Woher stammt das Holz für Brettschichtholz, das bei Schaffitzel verarbeitet wird?
Das bei Schaffitzel verarbeitete Holz ist in der Regel PEFC-zertifiziert und stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Deutschland und den angrenzenden Regionen Europas. Kurze Transportwege, eine hohe Rohstoffqualität und eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine Ausnahme bezüglich der Transportwege ist Accoya-BSH, deren Holz aus schnell wachsenden, FSC-zertifizierten Plantagen in Neuseeland stammt.
Warum ist Präzision bei der Herstellung so wichtig?
Hohe Präzision ist entscheidend, damit Brettschichtholz die geforderten statischen Eigenschaften, exakten Maße und die gewünschte Passgenauigkeit erreicht. Bereits kleine Abweichungen bei Holzfeuchte, Verklebung oder Bearbeitung können die Qualität und Tragfähigkeit beeinflussen. Gerade bei großen Tragwerken und komplexen Sonderkonstruktionen ist eine präzise Fertigung wichtig, damit die Bauteile auf der Baustelle exakt montiert werden können.
Wie entstehen große Spannweiten aus Holz?
Große Spannweiten entstehen durch das Verkleben mehrerer einzelner Holzlamellen zu leistungsfähigen Brettschichtholzträgern. Dadurch können sehr große und statisch belastbare Querschnitte hergestellt werden, die mit Vollholz allein nicht möglich wären. Die hohe Tragfähigkeit bei vergleichsweise geringem Eigengewicht macht Brettschichtholz ideal für weit gespannte Hallen, Brücken oder Sonderkonstruktionen.
Wie stabil ist Brettschichtholz?
Brettschichtholz besitzt eine hohe Tragfähigkeit und Formstabilität. Durch das Verkleben technisch getrockneter und festigkeitssortierter Holzlamellen entsteht ein leistungsfähiger Baustoff mit definierten statischen Eigenschaften. Im Vergleich zu Vollholz können mit Brettschichtholz höhere Lasten aufgenommen und größere Spannweiten realisiert werden.
Welche Tragweiten sind mit Brettschichtholz möglich?
Mit Brettschichtholz lassen sich sehr große Spannweiten realisieren. Je nach Tragwerksart, Belastung und Querschnitt sind Spannweiten von über 30 Metern möglich. Dadurch eignet sich Brettschichtholz besonders für Hallen, Brücken, Sportstätten oder Sonderkonstruktionen mit großen stützenfreien Bereichen. Bei Schaffitzel Holzindustrie sind Binderlängen von bis zu 45 m möglich. Durch den gezielten Einsatz von Unterzügen lassen sich auch größere stützenfreie Spannweiten realisieren, die individuell an die architektonischen und statischen Anforderungen angepasst werden können.
Warum verzieht sich Brettschichtholz weniger als Massivholz?
Brettschichtholz besteht aus mehreren technisch getrockneten Lamellen, die miteinander verklebt werden. Durch diese Schichtbauweise werden natürliche Spannungen im Holz reduziert. Gleichzeitig sorgt die geringe Holzfeuchte für eine hohe Maßhaltigkeit. Dadurch verzieht sich Brettschichtholz deutlich weniger als massives Vollholz.
Welche Oberflächenqualitäten gibt es bei BSH?
Brettschichtholz ist in unterschiedlichen Oberflächenqualitäten erhältlich – je nach technischer und optischer Anforderung. Üblich sind Industriequalität für nicht sichtbare Konstruktionen sowie Sichtqualität für architektonisch anspruchsvolle Bereiche. Darüber hinaus können spezielle Anforderungen an Hobelbild, Astbild oder Oberflächenbearbeitung berücksichtigt werden.
Was bedeutet Sichtqualität bei Brettschichtholz?
Sichtqualität beschreibt eine besonders hochwertige Oberflächenbearbeitung von Brettschichtholz für sichtbar bleibende Konstruktionen. Dabei werden erhöhte Anforderungen an Sortierung, Hobelung, Astbild und die optische Erscheinung gestellt. Sichtqualitäten kommen häufig bei anspruchsvoller Architektur, Hallen oder öffentlichen Gebäuden zum Einsatz.
Ist Brettschichtholz formstabil?
Ja, Brettschichtholz ist sehr formstabil. Durch die technische Trocknung der Lamellen und die schichtweise Verklebung werden Verformungen, Schwinden und Quellen deutlich reduziert. Dadurch bleibt das Material auch bei größeren Querschnitten und Spannweiten maßhaltig und zuverlässig.
Wie verhält sich Brettschichtholz bei Feuer?
Brettschichtholz besitzt ein gut berechenbares Brandverhalten. Im Brandfall bildet sich an der Oberfläche eine schützende Kohleschicht, die den inneren Holzquerschnitt vor schneller Erwärmung schützt. Dadurch bleibt die Tragfähigkeit des Bauteils über einen definierten Zeitraum erhalten und kann brandschutztechnisch zuverlässig bemessen werden.
Welche Nutzungsklassen gibt es für Brettschichtholz?
Für Brettschichtholz werden unterschiedliche Nutzungsklassen definiert, die sich nach den Feuchtebedingungen im späteren Einsatzbereich richten. Nutzungsklasse 1 beschreibt trockene Innenbereiche, Nutzungsklasse 2 Bereiche mit gelegentlich erhöhter Luftfeuchte und Nutzungsklasse 3 den Außenbereich mit direkter Bewitterung. Die Nutzungsklasse beeinflusst unter anderem die Anforderungen an Holzart, Verklebung und konstruktiven Holzschutz.
Kann Brettschichtholz im Außenbereich eingesetzt werden?
Ja, Brettschichtholz kann auch im Außenbereich eingesetzt werden. Voraussetzung sind eine geeignete Planung, die richtige Nutzungsklasse sowie ein wirksamer konstruktiver Holzschutz. Besonders wichtig ist es, stehende Feuchtigkeit zu vermeiden und die Konstruktion vor dauerhafter Durchfeuchtung zu schützen. Für bestimmte Anwendungen können zudem widerstandsfähigere Holzarten eingesetzt werden.
Wie langlebig ist Brettschichtholz?
Brettschichtholz ist bei fachgerechter Planung und Ausführung ein sehr langlebiger Baustoff. Zahlreiche Holztragwerke und Holzbrücken zeigen Nutzungsdauern von mehreren Jahrzehnten bis hin zu über 100 Jahren. Entscheidend für die Dauerhaftigkeit sind vor allem konstruktiver Holzschutz, die richtige Nutzungsklasse und eine hochwertige Verarbeitung.